Ein Leben für Affen und Menschen
Der berühmten Primatenforscherin Jane Goodall soll mit „Jane’s Journey“ ein filmisches Denkmal gesetzt werden – Ab dem 02. September in den Kinos
(TM) Mit Tarzan fing es an, in den an Lianen durch den Dschungel schwingenden Hünen verliebte sich Jane Goodall als kleines Mädchen. Der zog ihr zwar Jane vor, aber die Faszination für den Dschungel und seine Tierwelt blieb. Aus dem kleinen Mädchen ist eine herausragende Forscherin und leidenschaftliche Aktivistin für den richtigen Umgang der Menschen mit der Natur geworden.
Sie wird häufig mit Diane Fossey verwechselt, deren Leben ebenfalls verfilmt wurde („Gorillas im Nebel“ mit Sigourney Weaver). Allerdings wurde sie im Dschungel ermordet und beschäftigte sich mit Gorillas und nicht wie Goodall mit dem Verhalten von Schimpansen. Beide begannen ihre Forschung aber angeregt durch den Paläontologen Louis Leakey.
Bei ihren Langzeitstudien entdeckte Jane Goodall, dass weniger Unterschiede zwischen Mensch und Affe bestehen als angenommen. Man hielt nur den Menschen für fähig sich selbst Werkzeuge herzustellen. Die junge Forscherin konnte dies widerlegen: Schimpansen fertigen sich selbst geeignete Zweige, um beispielsweise Termiten aus ihren Bau zu angeln.
Nach vielen Jahren erfolgreicher Forschung begann sie ihre weltweite Berühmtheit als Primatenforscherin zu nutzen, um für einen besseren Umgang zwischen Mensch und Tier aber auch zwischen den Menschen zu agitieren. Die 76-Jährige reist immer noch 300 Tage im Jahr, inzwischen auch in ihrer Funktion als UN-Friedensbotschafterin, um Menschen aufzurütteln.
Regisseur Lorenz Knauer versucht die Lebensreise dieser beeindruckenden Frau nachzuzeichnen, begleitete sie selbst mehrere Monate auf einer Vortragsreise. Er zeigt berührende Aufnahmen von dem Zusammenleben zwischen ihr und den Schimpansen. Diese Szenen zu Beginn sind die größte Stärke des Films.
Auch das Privatleben von Goodall wird versucht zu beleuchten. Die schwierige Beziehung zu ihrem Sohn, der manchmal weniger eine „Weltenretterin“, sondern eine Mutter gebraucht hätte. Dennoch ist zu jedem Moment deutlich, dass Knauer seine Hauptprotagonistin nicht kritisch betrachtet oder hinter sie blicken möchte, sondern vor allem fasziniert ist.
Mit dieser Einstellung zu Jane Goodall steht er nicht alleine da: Hollywood-Stars wie Angelina Jolie, die ja selbst viel soziales Engagement zeigt, erklären sie zu einer „Inspiration“. Selbst ohne kritische Perspektive gelingt es dem Film viel von dem Charisma dieser zierlichen Person zu zeigen, die nicht ruhen will, solange die Welt nicht gerettet ist.
Mehr Informationen unter www.janegoodall.de und www.janes-journey-film.de
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