Lebe im Moment
Seit dieser Woche gibt es "Remember Me" auf DVD und Blu-ray – eine berührende Liebesgeschichte mit Robert Pattinson
(MS) Die meisten Kritiker scheinen sich einfach nicht damit abfinden zu können, dass Robert Pattinson über Nacht mit einer zugegebenermaßen schauspielerisch wenig anspruchsvollen Vampirschnulze zum Star wurde. Deshalb werden auch Filme, in denen er ausnahmsweise eine gesunde Gesichtsfarbe hat und nicht im Sonnenlicht glitzert, allzu voreilig zerrissen. Tatsache ist aber: „Remember Me“ ist kein schlechter Film. Ganz und gar nicht.
Der rebellische Tyler (Robert Pattinson) ist wütend auf die ganze Welt, vor allem aber auf seinen steinreichen Vater und den Cop, der den betrunkenen Studenten nach einer Prügelei in den Knast steckt. Als sein Mitbewohner Aiden herausfindet, dass eben dieser Cop eine hübsche Tochter namens Allie (Emilie de Ravin) hat, ist der Racheplan schnell geschmiedet. Tyler soll sich an Allie heranmachen und sie dann fallen lassen. Es kommt natürlich wie es kommen muss – die beiden verlieben sich ineinander. Das Schicksal jedoch hat andere Pläne…
Der Film eröffnet mit einem emotionalen Schlag in die Magengrube und gibt damit den Ton für die gesamte Handlung an. Natürlich enthält die Beziehung zwischen Tyler Allie jene Momente, die eine gute Liebesgeschichte ausmachen. Aber „Remember Me“ macht immer wieder klar, dass es hier um mehr geht. Dass das Schicksal Menschen jederzeit zusammenfügen und wieder auseinanderreißen kann – ganz gleich um es sich um Familie oder den Partner handelt. Dabei helfen vor allem die Subplots um die Familien der beiden, den Charakteren Tiefe zu verleihen. Die Beziehung von Tyler zu seiner kleinen Schwester, die in der Schule gemobbt wird und von Ruby Jerins übrigens ganz bezaubernd gespielt wird, ist dabei besonders bemerkenswert.
Auch die übrigen Schauspieler müssen sich nicht hinter ihrer Leistung verstecken. Robert Pattinson und Emilie de Ravin kauft man die Chemie tatsächlich ab, Pierce Brosnan reißt seinen Auftritt als Tylers Vater gewohnt souverän herunter. Woran sich die Geister schon eher scheiden, ist das überraschende Ende. Von den einen als brilliant gelobt, finden es andere überkonstruiert und unnötig. Letztendlich ist es wohl Geschmackssache, doch eines muss man dem Ende lassen – auch wenn sich in den vorhergehende Minuten eine dunkle Vorahnung anbahnt, gerechnet hat damit garantiert niemand.
Aufgeschlossenen Filmfans sei diese DVD ans Herz gelegt – und nein, ihr müsst kein R-Patz Fan sein, um „Remember Me“ zu genießen.



