Kinonews 19. August 2010

Nur noch abwärts?

Wenn die Midlife-Crisis zuschlägt, heißt es den Kopf über Wasser zu halten: Synchron-Schwimmen gegen die Lebenskrise in der schwedischen Komödie „Männer im Wasser“, die am 19. August startet

Bild: Pandora Film
Bild: Pandora Film

(TM) Langsam schwindet der Haaransatz, der Bauch wandelt sich immer mehr zur Bowlingkugel… Im Leben eines Mannes um die vierzig stellt sich nun die Frage: War es das schon? Von hier aus nur noch abwärts? Regisseur Måns Herngren stellt in seiner Komödie mit tragischen Zwischentönen einen ungewöhnlichen Versuch vor, diese Fragen zu beantworten.

Das Leben meint es nicht gut mit dem arbeitslosen Redakteur Fredrik. Seine Ehe liegt in Scherben und seine Frau will die gemeinsame 16-jährige Tochter bei ihm abladen, um selbst Karriere machen. Trost sucht er in seinem geliebten Hockey-Team, das prompt durch eine schmachvolle Niederlage ohne Trainingsmöglichkeiten da steht.

Beim folgenden Frustsaufen entwickelt sich die Idee mit dem Synchronschwimmen zu beginnen. Nach anfänglichen Zweifeln lässt sich sogar seine Tochter, selbst Synchronschwimmerin, als Trainerin gewinnen. Von der wortwörtlichen „Schnapsidee“ wird durch Fredriks unbändigen Ehrgeiz ein äußert ambitionierter Plan: Als schwedischer Vertreter die Synchron-Schwimmweltmeisterschaft gewinnen.

Regisseur Herngren wollte nach eigenen Angaben einen Film machen, den er selbst mag. Dabei ist definitiv nicht ausgeschlossen, dass er auch den Geschmack vieler anderer Kinogänger getroffen haben könnte. Ähnlich wie „The Full Monty – Ganz oder gar nicht“ schafft es der Film nicht bloß albern zu sein, sondern immer auch Zeit für leise und tragische Töne zu haben.

Die hintergründige Homophobie, die die Männer erleben, zeigt die Diskrimination im Privaten, in der sonst so liberalen schwedischen Gesellschaft. Auch die gestörte Beziehung zwischen Vater und Tochter erdet den Film, so leicht er auch manchmal durch das Wasser schweben mag. Insgesamt wird nicht nur wer sich selbst in einer Midlife Crisis wähnt, seine Freude mit dem Film haben und mit einem Lächeln aus dem Kino gehen.


Trailer




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