Lokales 08. August 2011

Mit Kaya um die Welt

Diese unterhaltsame Reise konnte man in keinem Reisebüro buchen: Kaya Yanar entführte sein Bonner Publikum in fremde Länder und Kulturen – und das sehr gekonnt

Bild: Maximilian Mühlens
Bild: Maximilian Mühlens

Bonn (MM) Was muss es für ein Gefühl sein, ganz alleine auf einer großen Bühne zu stehen? Zu der Linken steht nur ein aufgeblasenes Taxi im Stil der bekannten New Yorker „Yellow Cabs“, zur Rechten eine große Lichttafel mit dem Schriftzug „Hotel“. Mehr nicht. Dieses Gefühl kann nur einer beschreiben – Kult-Comedian Kaya Yanar, der mit der Comedy-Serie „Was guckst Du?!“ bekannt wurde. Vergangenen Samstag gehörte ihm die Bühne des Museumsplatzes zur Präsentation seines neuen Programms „All inclusive!“.

Selbstverständlich ist der gebürtige Frankfurter mit türkisch-arabischen Wurzeln Profi genug, um auf der Bühne hundert Prozent zu geben. Bei Yanar ist es jedoch anders. Bei ihm wirkt nichts aufgesetzt oder gar gespielt, nein vielmehr als erzähle ein guter Freund von seinen skurrilen Erlebnissen. Kaya Yanar wirkt echt, nicht manipuliert, seine Geschichten erzählt er in einer ungeheuren Lebendigkeit.

Er ist keiner, der auf die Bühne kommt, um das Programm „herunter zu erzählen“ – er unterhält zwei Stunden lang mit purer Show. Er entführt sein Publikum in die weite Welt und berichtet von unterhaltsamen Begebenheiten aus seinem Leben. Yanar hatte schon immer ein Auge für fremde Kulturen. Er ist derjenige, der im großen deutschen Comedy-Zirkus Italiener, Spanier und Inder punktgenau imitieren kann. Natürlich bleiben auch die Deutschen keinesfalls verschont – Kaya Yanar beobachtet die Menschen genau und arbeitet deren eigensinnigen Verhaltensmerkmale heraus und präsentiert sie. Die gängigsten Klischees wurden in Bonn natürlich auch bedient. Yanar greift dabei auch auf ein großes Potpourri von Selbsterlebten zurück. Dabei schont er niemanden – auch nicht sich selbst. Bei vielen seiner Erzählungen wird man unweigerlich an den eigenen Alltag erinnert – man hat das Gefühl, dass Kaya Yanar dem Publikum einen Spiegel hinhält.

Mit einer unverwechselbaren Mimik und Gestik bringt er nicht nur sein Publikum zum Lachen, sondern bindet es auch an sich. So entstehen innerhalb weniger Minuten mehrere kleine Sketche, zusammengefasst in Dialogen zwischen Yanar und seinen Paraderollen Hakan und Ranjit. Es ist jedoch nicht nur die Körpersprache, die die Besucher seines Programmes zum Lachen bringt. Es sind vor allem die vielen Dialekte, die der Comedian perfekt beherrscht. So macht er beispielsweise gleich zu Beginn seiner Show darauf aufmerksam, dass manche Botschaften in anderen Sprachen gar nicht richtig ernst genommen werden können. So solle man sich zum Beispiel mal ein Terroristenvideo auf holländisch vorstellen. „Holländisch ist Deutsch in lustig“, so der Comedian.

Kaya Yanar lieferte am vergangenen Samstag eine Top-Leistung ab und schenkte seinen Besuchern einen unvergesslichen Abend, auch wenn dieser leider sehr verregnet war. Das der Comedian auch trotz seines Erfolgs auf dem Boden geblieben ist, bewies er am Ende seiner Vorstellung. Sehr persönlich und anerkennend bedankte sich der Comedian bei seinem Publikum für´s Kommen. Wer ihn allerdings schon länger im Fernsehen beobachtet und vorgestern im Publikum saß, dem sind ganz bestimmt einige ältere Geschichten aufgefallen, die Kaya Yanar präsentierte. Doch dies tat dem Abend keinen Abbruch – nein, ganz im Gegenteil



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