Lokales 12. August 2011

Riesen Engagement im Kurtheater Hennef

Unsere Kinoreise führt uns zum Kurtheater in Hennef, das vom gleichnamigen Verein ehrenamtlich betrieben wird

Bild: Marie Collette / Stefanie Plate
Bild: Marie Collette / Stefanie Plate

Hennef (MC/SP) Nun gut, wir müssen zugeben, dass wir unserer Reise zum „Kurtheater Hennef“ ziemlich skeptisch gegenüber standen, lässt der Name doch alles andere als ein studentenfreundliches und modernes Kino vermuten. Unsere Laune verschlechtert sich zunehmend, nachdem das Navigationsgerät uns in ein Wohngebiet voller Sackgassen und Einbahnstraßen führt. Wo hier bitte ein Kino sein soll, fragen wir uns, bis wir nach gefühlten drei Stunden endlich bemerken, dass wir die falsche Adresse eingetippt haben. Tja, das leidige Thema Frauen und Technik…

Mit der richtigen Adresse geht auch alles ganz fix und Parkplätze gibt`s auch gleich vorm Kino. Endlich angekommen werden wir trotz leichter Verspätung sehr herzlich von Ingo Teusch, dem Vereinsvorsitzenden, empfangen. Drinnen erwartet uns eine riesen Baustelle – hier scheint einiges im Umbau zu sein. Anscheinend sieht man uns ein wenig die Fragezeichen auf der Stirn an, denn Herr Teusch beginnt sofort mit der Aufklärung: Das Kino ist zurzeit in Sommerpause und diese wird dazu genutzt, alles auf Vordermann zu bringen. Dazu gehört nicht nur die Erneuerung der Sitzbezüge, sondern auch eine Komplettüberholung der Kinotechnik: Das Kurtheater Kino wird digitalisiert – das ist überlebenswichtig, so Ingo Teusch. Zukünftig kommen hier also auch die 3D-Fans auf ihre Kosten.

Hört sich ja alles ziemlich super an, denken wir, doch wo sind die Arbeiter, die jene Baustelle in ein schmuckes modernes Kino verwandeln sollen? Hierauf verrät man uns, dass die „Arbeiter“ aus dem Verein, der das Kino 2003 aus privatem Besitz übernahm, stammen. Jeden Nachmittag legen sie hier Hand an, um das Kino so schnell wie möglich wieder besuchertauglich zu bekommen – denn am 4. September wird mit einer Kulturveranstaltung das Ende der Renovierung gefeiert.

Bis dahin ist noch einiges zu tun und dass die aufwändige Renovierung einiges Kosten muss, ist uns klar. Also wie finanziert sich das Kino denn eigentlich? Geld gibt es zum einen durch Förderpreise, die das Kino Jahr für Jahr gewinnt, doch Haupteinnahmequelle sind die Vereinsmitglieder, ohne die es das Kino längst nicht mehr gäbe. Angefangen mit 43 Mitgliedern im Jahr 2003 bei der Übernahme, hat der Verein mittlerweile schon stolze 950 Mitglieder.

Mit einem Betrag von rund 25 Euro im Jahr kann jeder mithelfen, das Kino zu erhalten. Denn das ist der Sinn und Zweck des Kurtheater Hennef e.V. – die Förderung und Erhaltung der lokalen Kultur. Damit begründet sich auch die Programmauswahl des Kinos, denn neben zahlreichen Kulturveranstaltungen wie zum Beispiel Theater- und Kabarettaufführungen, werden hier viele „Arthouse“-Filme gespielt. Aber auch ausgewählte Blockbuster werden gerne gezeigt. Möglich ist dies übrigens auch nur dank des Vereins, denn dadurch ist das Kurtheater unabhängig.

Fazit: Wir werden auf jeden Fall nach der Sommerpause wiederkehren um uns von Technik und neuem Design zu überzeugen – unsere Neugier ist geweckt und eure hoffentlich auch!



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