Lokales 23. April 2010

Zukunft der RhEINKULTUR in Gefahr

Stadt Bonn plant für das kommende Jahr Kürzungen der öffentlichen Zuschüsse um ein Viertel – Veranstalter erfahren von den Kürzungen erst aus der Presse – Zukunft des Festivals ist fraglich

Bild: Bonnaparte.de
Bild: Bonnaparte.de

Bonn.(RK/TM) Nach dem Beethoven-Festspielhaus könnte dem neuen Sparkurs der Stadt Bonn ein weiteres, wertvolles Stück Kultur zum Opfer fallen. Mit dem Unterschied, dass das RhEINKULTUR-Festival schon seit fast 30 Jahren tatsächlich existiert und immer wieder bis zu 200.000 Besucher nach Bonn gelockt hat. Die Veranstalter zeigen sich enttäuscht vom mangelnden Rückhalt der Stadt.

Als „höchst unglücklich“ bezeichnet der Geschäftsführer der RhEINKULTUR GmbH Holger Jan Schmidt die Art und Weise, wie er und sein Team durch die Presse von den Kürzungen erfahren haben. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt, die die RhEINKULTUR seit ihrer Eigenständigkeit 2003 pflegt, hat unserer Einschätzung nach eine kooperativere Behandlung verdient.“

Über die letzten Jahre konnten zwar die Einnahmen durch Sponsoren gesteigert werden, aber auch die Kosten der Produktion der Veranstaltung in der Rheinaue sind stetig angestiegen. Während diesbezüglich die Forderungen der Stadt Bonn immer höher wurden, blieben die Zuschüsse seit 2003 auf demselben Stand.

Einerseits wird gerne mit dem Festival geworben, wie in einem neuen Werbefilm über Bonn, andererseits scheint man nicht bereit eine dementsprechende Unterstützung zu gewährleisten. Ob die Kürzungen um ein Viertel das Ende für die RhEINKULTUR in Bonn bedeuten, wollten die Veranstalter nicht bestätigen. Klar ist, dass einer Fortsetzung im nächsten Jahr nun ein neues Hindernis in den Weg gestellt wurde.

Die Bonnaparte-Redaktion hat mit ihrem RhEINKULTUR-Special deutlich gemacht welchen Stellenwert dieses Event in ihren Augen hat. Es gibt in der Region nichts Vergleichbares. Mit Bestürzung müssen wir feststellen, dass das einzige weit über die Region hinaus beliebte Musik -Festival im Bonner Raum in Zukunft ausfallen könnte.

Eine angespannte Haushaltslage verlangt nach Opfern, das ist absolut nachvollziehbar. Aber warum wird beispielsweise, trotz Haushaltskrise, an einem so umstrittenen Projekt wie dem World Conference Center Bonn (WCCB) festgehalten? Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch per Twitter: „WCCB: Wir alle müssen über Parteigrenzen hinweg den Willen zum Erfolg haben, ihn erkennbar leben und das Projekt fertigstellen“.

Nur ein klein wenig von dieser Form des Rückhaltes würde wohl genügen, damit die Zukunft der RhEINKULTUR gesichert werden könnte.

Mehr Informationen unter: rheinkultur.com



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