Musik 11. Juni 2010

25 Jahre Rock'n'Rain am Nürburgring

Mit einem um einen Tag verlängerten Festival bot der Veranstalter, die Marek Lieberberg Konzertagentur (MLK), dieses Jahr ein würdiges Rock am Ring Jubiläum für alle Freunde der "Kulturveranstaltung mit Musik in der Eifel" (Sebastian E.).

Alle Bilder: bonnaparte.de
Alle Bilder: bonnaparte.de

Nürburg. (MG) Das Wetter spielte dieses Jahr - nach siebenjähriger Pause! - endlich mal wieder mit. Und statt Handschuhen und Ski-Unterwäsche waren diesmal Strohhüte und Flip-Flops en vogue. Manch eine(r) ignorierte daher am Sonntagabend wohl auch konsequent das heranziehende Unwetter und mussten durchnässten Klamotten die Lagerstätte aufsuchen.

Aber mal der Reihe nach: Donnerstag hatten H-Blockx die Ehre(!), den Zusatz-Abend des Events für KISS einzuläuten. Der Asphalt vor der Centerstage war dann auch schon für den Opener fast komplett gefüllt, und die Songs der Münsteraner sind bekanntermaßen RaR-tauglich (unvergessen: 2002 auf der Alternastage). Und dann spielte KISS und rockte die Menge. Für alle was dabei, von 18 bis 68.

An den folgenden beiden Tagen wurde eine vielfältige Mischung auf den drei Bühnen geboten (das Clubtent, welches letztes Jahr noch vor dem Erfrierungstod gerettet hatte, war dieses Jahr einer Clubstage gewichen). Jay-Z wirkte ein wenig fremd auf der Centerstage, Rage Against The Machine brachten aber alles wieder ins Lot. Jan Delay & Disko No.1 feierten auf der Alternastage ab. Schöner Freitag.

Am Samstag schien immer noch die Sonne und Gentleman als Ersatz für Wolfmother lieferte den Soundtrack für den Nachmittag. 30 Seconds To Mars und Muse sind bekanntermaßen Live-Performer vor dem Herrn und eine ordentliche Portion Breitbein-Brett-Gitarre konnte man sich bei Stone Sour, Alice In Chains und Volbeat abholen. Slayer und Motörhead nahm man dann mit in den Schlafsack.

Der Sonntag stand, da muss man ehrlich bleiben, ganz im Zeichen des Headliners Rammstein. Nichtsdestotrotz war das Vorabendprogramm auf der Centerstage weit davon entfernt, nicht vor den Feuerteufeln bestehen zu können: Bullet For My Valentine wieder ein paar Jahre gereift und ungewohnt spielfreudig, Cypress Hill ein absolutes Highlight des Festivals (DJ Muggs an den Turntables war einfach nur geil) und Rise Against druckvoll wie eh und je. Und das Ganze bei einer wirklich lauten und dennoch sauberen Soundmischung auch in größerer Entfernung zur Bühne. Das vorüberziehende Unwetter konnte man dabei schon fast vergessen.

Nach einer Stunde Aufbau- und Testphase begann dann die Inszenierung Rammsteins und - begeisterte. Perfektes Timing, beeindruckende Pyro-Effekte und die melancholisch-psychopathische Performance des Frontmanns Till Lindemann nahmen wirklich jeden mit auf eine phantastische Reise, auch wenn man das vorher niemals geglaubt hätte (Hallo Julia E.). Reise, Reise, Fahrvergnügen.

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an MLK. Es war eines der
besten Festivals seit 1985. Und viele Grüße von den "Mülltrennern" auf A2.

Rock am Ring 2010 im TV: http://www.ringrocker.com/rock-am-ring-im-tv.php

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