Adam Green live
Adam Green ist musikalisch eigentlich immer besser geworden in den letzten Jahren. Eine Tatsache, die vielleicht ein bisschen untergegangen ist angesichts des öffentlichen Rummels. „Minor Love“ ist nun sein bislang reifstes Album geworden und ist würdig, direkt am 19. Februar in Köln präsentiert zu werden.
Köln. (pe/VU) Es gibt jetzt einen anderen Adam Green. Einen, der nicht auf die Füße fällt. Dem das Herz gebrochen wurde. Der sich mit seinem sechsten Werk „Minor Love“ zwar nicht komplett neu erfunden, in gewisser Weise aber wieder gefunden hat. Der auf bestechende Weise die Anti-Folk-Attitüde der frühen Tage mit der musikalischen Cleverness von heute in Einklang bringt.
Es ist kein Zufall, dass diese neue Platte „Minor Love“ heißt: Der größten persönlichen Krise seines bisherigen Lebens hat Adam Green die emotional dichtesten Lieder seiner Karriere abgerungen. Ganz sanft entfaltet sich seine Liedkunst bereits im ersten Song, „Breaking Locks“, den der Sänger verzweifelt mit scheinbar letzter Kraft haucht während im Hintergrund eine Kirmesorgel wimmert, das Leid des Protagonisten verspottend.
Trotzdem sagt er: „Ich hatte zwar ein beschissenes Jahr und daraus zog ich die Inspiration für die neuen Songs. Aber ich sehe mich immer noch als Entertainer. Und als solcher hüte ich mich davor, den Leuten einfach meinen Mist in den Schoß zu kotzen. Diese Platte soll kein Problem für sie sein, sondern ein Geschenk. Es muss immer Vergnügen im Bekenntnis liegen.“
Denn natürlich ist der Spross einer hoch angesehenen Akademikerfamilie zu intelligent, um sich mit seichten Herz/Schmerz-Dramen zu begnügen. Hauptziel war, ein gutes Album vorzulegen. Spontaneität war dem 28-Jährigen dabei ebenso wichtig wie Geschlossenheit. Die Vorgabe: Statt einer Sammlung guter Songs wollte er ein bündiges, zusammenhängendes Werk machen.
Aufgenommen hat er „Minor Love“ schließlich in einem Rutsch im Haus des Produzenten und Musikers Noah Georgeson (Devendra Banhart). „Wenn du ein Album in so kurzer Zeit aufnimmst, dann wird es immer ein bestimmtes Gefühl transportieren“, sagt Green. „Ich fühlte mich wie traurige Folk-Musik und mache wieder die Musik, die ich liebte, als ich anfing zu spielen.“ Und da er dieses Gefühl am besten umsetzen kann, spielte er fast alle Instrumente selbst ein. Sogar das Schlagzeug, was er seit dem ersten Album nicht mehr gemacht hatte. Beim Rest halfen ein paar Freunde wie Rodrigo Amarante von Little Joy und Greg Rogove von Megapuss.
Kurze, überaus ökonomische Songs ohne Schlacke mit bildreichen, fantasievollen Texten. Umflort von einer gewissen Tragik, vermischt jedoch mit einem trotzigen Aufbegehren – aus dem Kontrast zwischen Fatalismus und Optimismus bezieht diese Platte vor allem ihre Wirkung.
Die Brücke zum alten Adam-Green-Sound schlagen derweil Songs wie „Cigarette Burns Forever“ oder „Give Them A Token“ wo er sich mit virtuoser Melodieführung ganz als Crooner alter Schule präsentiert – eine Kunst, die heute nur noch wenige so beherrschen wie dieser Mann.
Adam Green
Wann: 19. Februar 2010
Einlass: 19 Uhr; Beginn 20 Uhr
Wo: Gloria Theater, Köln
Eintritt: 23 EUR zzgl. Geb.
Weitere Informationen und Hörproben unter adamgreen.net und myspace.com/adamgreen1.
Tickets gibt es an den Vorverkaufsstellen, unter der bundesweiten Tickethotline 01805 - 570 000 oder im Internet unter eventim.de und prime-entertainment.de.



