Musik 02. Juli 2009

Rock am Ring 2009 - Es war nass, es war dreckig, es war Rock'n'Roll

Auch in diesem Jahr lockte Rock am Ring wieder rund 80 000 Besucher in die Eifel und feierte ein Open-Air Festival der Erstklasse. Headliner wie Placebo, Peter Fox, Mando Diao oder Slipknot brachten die sonst eher verschlafene Eifel noch einmal richtig zum Rocken und trotzten Regen, Wind und Kälte.

Bild: bonnaparte.de
Bild: bonnaparte.de

Nürburgring/Adenau. (SB) Als einen schönen Zeltausflug kann man das vergangene Wochenende nicht bezeichnen. Es regnete, die Temperaturen fielen nach Einbruch der Dunkelheit bis unter 10 Grad aber gerockt wurde trotzdem.

Und zwar in pinken oder in orangen Ponchos, schön ist was anderes, aber wer redet bei einem Rock Festival auch schon von Schönheit?

Am ersten Tag rockten Placebo die Center Stage mit einem bunten Mix aus alten sowie neuen Songs vom gerade erschienen Album "Battle for the Sun". Sänger Molko hatte sich in bester Rock Manier Lidschatten aufgelegt, es konnte also nichts mehr schief gehen.

Anschließend beendeten The Killers den Freitag mit ihrem ersten Auftritt bei Rock am Ring und begeisterten vor allem die jüngeren Zuschauer/innen mit ihren Radiohymnen.

Ganz im Gegenteil zu Marilyn Manson, der leider nicht überzeugen konnte.

Das Publikum blieb ruhig, Manson fühlte sich auf den nicht vorhandenen Schlips getreten und verließ wortlos die Bühne, nachdem er den Mikroständer ein letztes, von gefühlten 38 Mal umgetreten hatte.

Der Samstag begann mit Regen. Vermutlich der ganz normale Wahnsinn im Leben der Briten von Bloc Party.

Die boten einen grandiosen Auftritt und überzeugten als Live Act so gut wie nur wenige an diesem Wochenende. Was gegen die Kälte hilft wusste Kele Okereke, Sänger von Bloc Party.

Es half nur eins: "Party harder!!" Das ließen sich die Rock am Ring Besucher natürlich nicht zweimal sagen und kamen somit gut durch das Wochenende.

Slipknot legten die perfekte Freakshow hin, mit Masken und ganz viel Schauspiel wurde drauf los gebrüllt und getrommelt, als gäbe es keinen Morgen mehr.

Die Lieblingsschweden der deutschen Rock am Ring Besucher, Mando Diao, brillierten musikalisch gesehen natürlich wie eh und je als Retro Rocker, boten hingegen eine langsame statt fetzige Setliste und die Interaktion zwischen Band und Publikum ließ zu wünschen übrig.

Mit Songs wie Gloria, Dance with somebody und Long Before Rock'n'Roll zeigten die Schweden jedoch, dass sie defitiniv können, wenn sie wollen.

Und so schnell war auch schon der letzte Festival Tag gekommen, der Wettergott präsentierte sich noch immer nicht als Festivalfan, doch als die Subways die Center Stage betraten, kam sogar die Sonne für ein paar Minuten raus.

Das britische Trio fegte jegliche Fans weg, bot eine überragende Show und begeisterte mit sympathischen Deutschkenntnissen. Sänger Billy Lunn bewegte die Massen und Bassistin Charlotte Cooper glänzte als Rockröhre.

Letzter Act in diesem Jahr war Peter Fox, der noch einmal allen richtig einheizte und das diesjährige Festival glorreich beendete.

Fazit: Mancher Headliner hätte sich vielleicht nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen sollen, andere hingegen lieferten grandiose, wenn nicht sogar überragende Live Shows, die immerhin den Großteil der Festival Besucher auf bestem Niveau unterhielten.

Mehr Fotos gibt's in unserer Rock am Ring 2009 Bildergalerie.



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