The Pogues auf dem Museumsplatz
Bonn, 7. Juli 2011: Um 20:00 Uhr floss endlich der Whiskey in Strömen, wenn auch “nur” in Form des gleichnamigen Songs von The Pogues...
Bonn. (MG) Frontmann Shane MacGowan, Überlebender zahlreicher Alkohol-Exzesse (und darüber wohl genauso erstaunt wie Keith Richards), sieht man seine selbstzerstörerische Geschichte beim Betreten der Bühne direkt an, was aber wohl die meisten Anwesenden wenig erschüttert oder gar wundert - so ist das eben. Durchaus eine etwas schräge Erwartungshaltung.
Aber egal! The Pogues spielten nun endlich auf und zahlreiche (mitgealterte) Gäste mit hoher Affinität zu irischem Liedgut feierten auch direkt lauthals mit. “A Pair Of Brown Eyes” durfte natürlich nicht fehlen, und manch ein Anwesender durchlebte bei dem Song sicherlich einige emotionale Momente seiner Zeit als Teenager.
Bei “Boys From The County Hell” war dann endgültig klar, dass auch ein angeschlagener Shane MacGowan der Spielfreude der Combo nichts anhaben kann. Und auch das Publikum hielt sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern ließ sich von The Pogues einfach mitreissen. Wie heisst es doch in dem Song so schön: “Five green bottles sitting on the floor. I wish to Christ, I wish to Christ that I had fifteen more”...
Gitarrist Phil Chevron (Ende der 70er Mitbegründer der Folk-Punk-Legende The Radiators From Space) übernahm nun das Mikro für einen Song und gab in bester irischer Tradition den (neuzeitlichen) Auswanderer-Song “Thousands Are Sailing” zum Besten.
“Sally MacLennane” gefolgt von “Irish Rover” brachten dann gegen Ende des Sets die ganze Menge in Bewegung, und hier und da wurde ausgelassen Ringelreigen getanzt.
Der Zugabenteil nach über einer Stunde Irish-Folk-Party unter dem Zelt startete dann mit “Poor Paddy” und endete mit “Fiesta”. The Pogues und hinterließen einen Haufen durchgeschwitzer, ausgetanzter und glücklicher Leiber. Almeria once again! Gerne wieder.


