Musik 30. August 2010

We Are Scientists: Eine heiße Angelegenheit

Die New Yorker Indie-Truppe We Are Scientists heizte im Kölner Luxor richtig ein – eine wilde Tanzparty mit eingängiger Mukke

Bonn. (MS) Ein gut gefüllter Club inklusiver kuscheliger Atmosphäre, ein Support-Act, der das Publikum optimal vorbereitet, eine Band, die auf der Bühne richtig Spaß hat und Songs, die auch den größten Tanzmuffel zumindest verhalten mit Kopf und Fuß wippen lässt – das sind die Zutaten die es für einen 1A Konzertabend braucht. Wie schön, dass sich beim We Are Scientists ein Häkchen hinter jedes dieser Must-Haves setzen lässt.

In Kritikeraugen hatten es WAS in letzter Zeit nicht gerade leicht. Da mit dem Erstlingswerk „With Love and Squalor“ direkt ein Album mit grandiosen Hitqualitäten gelang, waren die Erwartungen an das schwierige zweite Album entsprechend hoch. Hier schlugen die Wissenschaftler aber mitunter ganz andere Töne an, als die erwarteten, treibenden Rockbeats der ersten Platte. Auf dem neuen Album „Barbara“ finden sich allerdings wieder mehr der fetzigen Sounds, die in Clubs für gefüllte Tanzflächen sorgen. Und so auch im Luxor – auf kleinem Raum aber dafür mit umso mehr Elan feierten die Fans die Live-Qualitäten der Band.

Das Konzert spiegelte dabei auch den grandiosen Humor wieder, für den WAS bekannt sind, denn das Publikum ließ sich leicht von der ausschweifenden Stimmung anstecken. Da flogen witzig-frotzelnde Wortgefechte zwischen Bühne und Publikum hin und her, Bassist Chris Cain philosophierte mit Bierflasche in der Hand, im Publikum wurde wild mit einem Riesen-Plüschbären gewedelt und allzu eifrige Crowd-Surfer mussten mehrmals dazu ermahnt werden, doch bitte in der Vertikalen zu bleiben. „You’ll get pregnant tonight“, begründetet das Gitarrist Keith Murray, als gerade ein Mädel auf Händen über die Menge getragen wurde.

Kein Wunder, dass bei der wilden Tanzorgie die Temperatur innerhalb von kürzester Zeit auf gute 30 Grad stieg - das tat der dampfenden Indie-Sauna aber keinen Abbruch, sondern trug höchstens zum Gefühl bei, dass man hier wirklich ganz nah am Geschehen war. Lobend erwähnt seien außerdem „Minus the Bear“, die bereits im Vorprogramm mit melodiösem und intelligentem Indie-Rock begeisterten.

Müde, hochzufrieden und bis auf die Unterbutze durchgeschwitzt dürften an diesem Abend nicht nur die Konzertbesucher das Luxor verlassen haben. Auch die Musiker schienen mit dem Publikum zufrieden und forderte den Saal auf, doch einfach die ein, zwei Stündchen Fahrt zum Folgekonzert in Heidelberg anzutreten.



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