Zwischen Begeisterung und Buhrufen
Am vergangenen Samstag startete die Open-Air Saison 2010 auf dem Bonner Museumsplatz - Kölsch-Rocker von BAP gaben sich die Ehre mit einem durchwachsenen Konzert
Bonn.(MM) Was für ein Start für den Konzertsommer 2010 auf dem Bonner Museumsplatz. Bis zum Konzertstart bombiges Wetter, tausende Fans auf dem Platz zwischen den Museen und als Start-Konzert, das einzige Deutschland-Konzert von BAP. Alles in allem versprach es ein super Abend zu werden.
Das Publikum war bunt gemischt, von den ganz Kleinen, die versuchten Sandburgen aus feinen Kieselsteinen zu bauen, bis hin zum Rock-Opa war jeder auf dem Museumsplatz versammelt, der die Musik der Kölner Kultband BAP schätzt. BAP sind für grandiose Konzerte bekannt, die auch schon mal bis zu drei Stunden dauern können. So war es auch in Bonn.
Pünktlich um 19.00 Uhr legte BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken mit seiner Band los, ohne das zuvor eine Vorband spielte. Die Setliste war grandios. Ganze 29 Songs präsentierte die Kölner Rockband an diesem Abend. Direkt zu Beginn ging es mit „Psychorodeo“ rockig los. Doch anstatt die ersten Lieder mit tosendem Beifall zu quittieren, gab es nur eine verhaltene Reaktion des Publikums.
Buhrufe und Gesten, wie „Daumen nach unten“, bekannt von den Gladiatorenkämpfe in der Antike, überwiegten. Dem Publikum war die Musik einfach zu leise und zu undeutlich. Der leicht irritierte Niedecken, verwies auf die Lärmschutzregelung, zu Gunsten der Nachbarschaft. Nach ein paar Songs, die dem Publikum immer noch zu leise waren, fand man endlich den Fehler: Die Gitarre von Bandmitglied Helmut Krumminga war falsch eingestellt.
BAP- Sänger Wolfgang Niedecken fluchte kurz: „Und dafür macht man den ganzen Nachmittag einen Soundcheck!“.Doch der Abend war ja noch jung und zusehends besserte sich die Stimmung des Publikums. Bei Songs wie „Hurricane“ und „Ne schöne Jrooß“ konnte das Publikum nicht mehr still stehen. Jeder sang mit und tanzte zu den rockigen Gitarrenriffs – egal ob Jung oder Alt. „On the top“ war die Stimmung natürlich bei den alten Songs, insbesondere bei „Verdamp lang her“.
Insgesamt war es ein guter Start für die diesjährige Open-Air Saison auf dem Museumsplatz. BAP spielte Songs aus dem aktuellen Album „Radio Pandora“ und mischte der Setliste ihre alten Dauerbrenner unter und beendete so ihre „Extratour“. Highlights waren auch die Auftritte der Formation „Ganes“ und die musikalische Untermalung einiger Songs von Rosenstolz-Geigerin Anne de Wolff.
Was dem Konzert ein wenig fehlte, war vielleicht die Interaktion zwischen Künstler und Publikum. Niedecken hätte versuchen müssen seine Fans noch mehr mitzureißen, doch vielleicht waren die anfänglichen Buhrufe und „Thumps Up“ Grund genug, dies nicht zu tun.



