Meeres- und Landsaurier in Bonn
Das Goldfuß-Museum der Uni Bonn zeigt eine Sonderausstellung: Saurierfährten und Knochen aus der Triaszeit von Meeresreptilien und Landsuriern
Bonn. (UB/SB) Fossilien von ausgestorbenen Meeresreptilien und Fußspuren von Landsauriern an einem Ort? Verrückt, was es alles gibt. Eine Sonderausstellung im Goldfußmuseum der Uni Bonn zeigt ab dem 15.März wie und warum so was sein kann. „Saurier und Fährten aus dem Muschelkalk - Winterswijk Steengroeve“, heißt die Ausstellung, in der Paläontologen der Bonner Uni die Ergebnisse ihrer Forschung präsentieren.
Vor gut 240 Millionen Jahren herrscht kurz hinter der deutschen Grenze, im holländischen Winterswijk, reges Treiben. Das Wasser von einem warmen Flachmeer spülte die Überreste von Meeresreptilien in die lebensfeindliche Umgebung eines Kalkwatts. Das Wasser zog sich zurück und die an Land lebenden Urzeitwesen suchten auf dem Kalkschlamm des Watts nach Tierleichen. So ein Ökosystem hinterlässt Spuren: In dem Niederländischen Steinbruch in Winterswijk wurde es auf einzigartige Weise konserviert.
Die Initiatorin der Ausstellung, Dr. Nicole Klein, Wirbeltierpaläontologin am Steinmann-Institut der Uni Bonn ist stolz auf die Sammelstücke: „Wir haben hier eine einzigartige und sehr erfolgreiche Kooperation zwischen privaten Sammlern und Museen aus den Niederlanden, der Universität Utrecht und der Universität Bonn, die die Ausgrabungen auch als Lehrveranstaltungen mitfinanziert hat.“ Klein erforscht die Lebensweise längst ausgestorbener Tiere. Dafür vergleicht sie die fossilen Funde systematisch mit anderen Tieren.
Dabei haben die Wissenschaftler auch einige neue Arten entdeckt. Versteinerte Knochen ermöglichen Rückschlüsse auf die Biologie von längst ausgestorbenen Tieren aus der Mitteltrias. Oft haben die Wissenschaftler nur isolierte Einzelknochen, die schwer zu bestimmen sind. Das macht den Steinbruch in den Niederlanden so besonders. Aber nicht nur die gut erhaltenen Knochenfossilien machen diese Fundstelle so einzigartig, sondern auch versteinerte Saurierspuren: Spuren und Fährten, teilweise sogar mit Hautabdrücken, zeigen die Wege der Echsenarten, die im Schlamm nach Fressbarem suchten.
Tatkräftige Unterstützung bei der Vorbereitung der Ausstellung erhält Klein durch engagierte Studenten und durch Dr. Georg Heumann, Paläobotaniker und Sammlungsverwalter im Museum. Mit der Ausstellung wollen sie faszinierende Einblicke in eine ausgestorbene Lebenswelt bieten, die heute so nicht mehr existiert. Gerne biete das Museum nach Absprache auch Führungen durch die Ausstellungen für Schulklassen und interessierte Gruppen an.
Die Ausstellung läuft vom 15.März bis zum 31.Januar 2012 in der Nußallee8. Die Öffnungszeiten sind jeweils Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr und Sonntag von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen gibt es unter:
www.paleontology.uni-bonn.de


