Unileben 26. Oktober 2009

Nanomaterial – Chancen und Gefahren

Die Nanotechnologie gewinnt bei der Entwicklung und Anwendung neuer Produkte zunehmend an Bedeutung. Seit Ende der 1990er Jahre rückt die Technologie immer stärker in das öffentliche und mediale Interesse, doch mit den wachsenden Versprechungen treten verstärkt auch technikkritische Stimmen an die Öffentlichkeit. So hat die Industrie zwar den Marktwert und die Vorteile der Nanotechnologie erkannt, die Risiken sind dagegen weitgehend unbekannt.

Nanosilber verhindert Käsefüße; Quelle: pixelio.de
Nanosilber verhindert Käsefüße; Quelle: pixelio.de

Bonn. (VU) Die Nanotechnologie weckt in der Bevölkerung diffuse Hoffnungen, ihr Nutzen wird überwiegend höher eingeschätzt als die möglichen Risiken. Gleichzeitig wissen die meisten jedoch kaum, was unter dem Begriff überhaupt zu verstehen ist. (Hier geht es zu dem Resümee der Studie, die ein Forscher der Universität Bonn zusammen mit Wirtschaftspsychologen durchgeführt hat.)

Bei der Nanotechnologie handelt es sich um eine Zukunftstechnologie auf atomarer Ebene, die das Ziel verfolgt, Strukturen und Systeme zu entwickeln, die aufgrund ihrer geringen Größe neue Eigenschaften und Funktionen besitzen. Diese können dann in vielfältiger Weise zur Entwicklung neuartiger Produkte und Anwendungen genutzt werden.

Bisher sind viele positiven Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten von Nanomaterial bekannt. So können Kunststoffe nanotechnisch optimiert werden, um das Gewicht bei Flugzeugen und Autos zu senken. Auf diese Weise kann Treibstoff gespart werden. Außerdem haben Lampen, die mit Nanopartikeln versetzt sind (LED), eine größere Lebensdauer und sind effektiver, sodass auch hier Energie gespart werden kann. In der Medizin sind Nanopartikel dagegen beispielweise bei der Behandlung von Krebs äußerst hilfreich.

Kritischer wird das Nanomaterial in der Bekleidungs-, Nahrungs- und Kosmetikindustrie beobachtet. So gibt es Nanosilber in Socken, um Geruchsbakterien zu hemmen, in Ketschup, damit er dickflüssiger wird, und in Sonnencremes für den UV-Schutz. Der Mensch und die Umwelt kommen dadurch allerdings in direkten Kontakt mit den Partikeln, was dies für Folgen haben kann, ist noch unzureichend erforscht.

Erste Studien halten die Nanopartikel allerdings für durchaus gefährlich, denn die Partikel schaffen es durch ihre winzige Größe, in die menschlichen Zellen vorzudringen. Dort können sie u.a. Entzündungen hervorrufen. In Tierversuchen wanderten die Nanoteilchen sogar bis in den Zellkern und zerstörten dort die Erbinformation DNA.

Am Besten wäre es daher, wenn man vorerst vollkommen auf solche Produkte verzichtet, jedoch ist dies bisher schier unmöglich. Das Umweltbundesamt setzt sich deswegen dafür ein, Artikel mit Nanomaterial zu kennzeichnen.

Weitere Informationen unter uba.de und nanopartikel.info.



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