Unileben 19. August 2010

Zombie Ameisen

Das ist der Stoff aus dem Albträume sind: Ein Pilz macht Ameisen zu willenlosen Zombies - Schade nur, dass es genau so bereits seit Jahrmillionen passiert

Bild: Universität Bonn, Georg Oleschinski / Universität Harvard, David P. Hughes
Bild: Universität Bonn, Georg Oleschinski / Universität Harvard, David P. Hughes

Bonn. (FL/MS) Erst letztes Jahr wurde eine perfide Form des Parasitismus entdeckt: ein Pilz in asiatischen Regenwäldern macht Ameisen zu willenlosen Zombies und lässt sie genau dort sterben, wo der Pilz es gerne hätte. Eigentlich legt die Ameisenart ihre Kolonien in Baumkronen in 15 Metern Höhe an - in dem zugigen Klima gedeiht der Pilz jedoch schlecht. Deshalb manipuliert er seine Opfer so, dass sich die Ameise kurz vor ihrem Tod auf den weiten Weg Richtung Boden macht.

Dort sucht sie sich ein Blatt in etwa 25 Zentimetern Höhe, verbeißt sich an der Blattunterseite und stirbt. Die bizarre Manipulation geht sogar so weit, dass Stängel in nordwestlicher Richtung des Baumes bevorzugt werden. Nach dem Tod der Ameise befällt der Pilz schnell den ganzen Körper, aus ihrem Kopf sprießt ein dünner Pilzfaden, der sodann seine tödlichen Sporen in alle Himmelsrichtungen verteilt.

Wie genau der Pilz seinen Wirt zu dieser Verhaltensweise bringt, ist bisher ein Rätsel. Ein internationales Forscherteam, darunter auch der Bonner Paläontologe Dr. Torsten Wappler, hat nun allerdings herausgefunden, dass es diese Art des Parasitismus vor 50 Millionen Jahren auch in Nordeuropa gab. Ein Blatt-Fossil mit den charakteristischen Bissspuren gab den Forschern den entscheidenden Hinweis, dass auch die heimischen Tischlerameisen früher zu Zombies umprogrammiert wurden.

Ein BBC Tierfilme hat die letzten Schritte einer befallenen Ameise festgehalten – das Youtube Video wurde bereits über 300.000 Mal aufgerufen. Damit ist der Gruselgedanke endgültig in der Realität angekommen. Na dann, gute Nacht.



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