Vermischtes 26. Juli 2010

Das tragische Ende der loveparade

Es sollte ein Fest der Liebe werden, am Ende wurde es eine Katastrophe - Bei der loveparade kamen am Wochenende 19 junge Menschen ums Leben

Bild: flickr/Christoph Müller-Girod, Creative Commons Lizenz 2.0
Bild: flickr/Christoph Müller-Girod, Creative Commons Lizenz 2.0

(MS) Von mehr 1,4 Millionen Besucher ist die Rede, die am Samstag auf das Gelände des loveparade in Duisburg geströmt sein sollen. Dabei wurde der einzige Zugang zum Verhängnis. In und hinter dem 200 Meter langen und 16 Meter breitem Tunnel brach wegen der Überfüllung eine Massenpanik aus – Menschen kollabierten, fielen zu Boden und wurden niedergetrampelt.

Doch auch zwei Tage nach der Katastrophe sind die Ursachen alles andere als klar. Die Verantwortlichen hüllen sich in Schweigen, die Berichte von Polizei und Augenzeugen widersprechen sich vehement. Klar ist zu diesem Zeitpunkt nur, dass die Sicherheit der Besucher offenbar bei der Großveranstaltung nicht an erster Stelle stand.

So soll das Gelände beispielweise für nur 250.00 Menschen ausgelegt gewesen sein – die Veranstalter rechneten aber mit mehr als einer Million Besuchern. Organisator Rainer Schaller beteuerte auf der offiziellen Pressekonferenz: "Es gab ein Sicherheitskonzept, das gemeinsam mit der Stadt und der Polizei aufgestellt wurde und an dem es keine Bedenken gegeben hat."

Das wird allerdings mittlerweile massiv angezweifelt. Üblicherweise müssen Landesbehörden die Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltung genehmigen – im Fall der loveparade war die Behörde Bürgermeister Adolf Sauerland unterstellt. Warnungen von Polizei und Feuerwehr wurden im Vorfeld ignoriert, so heißt es. Stattdessen gab es offensichtlich sogar Sondergenehmigungen, die die Sicherheit der Besucher noch weiter gefährdeten.

Die Polizeigewerkschaft spricht davon, dass unter dem Deckmäntelchen der „Kulturhauptstadt 2010“ Druck von Seiten des Veranstalters ausgeübt wurde, materielle Interessen hätten im Vordergrund gestanden. Für Duisburg sollte die loveparade eigentlich eine Gelegenheit sein, die Stadt in ein positives Licht zu rücken. Der scheinbar geniale PR Coup endete in einem katastrophalen Desaster.

Schuld möchte nun niemand sein, der schwarze Peter wird zwischen den beteiligten Parteien hin und her geschoben. Um Klarheit zu schaffen, ermittelt deshalb die Staatsanwaltschaft in der Tragödie um die loveparade 2010 – konkrete Anklagen gibt es aber bisher nicht.

Die einzig konkrete Aussage ist diese: die loveparade in Duisburg war die letzte ihrer Art. Nach zwanzig Jahren ist die Großveranstaltung, die zuletzt immer heftiger wegen der kaum kontrollierbaren Sicherheit diskutiert wurde, an ihrem tragischen Ende angelangt.

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