Hausverbot für Vuvuzela?
Wie ein riesiger Bienenschwarm klang es dieses Jahr aus den Stadien der Fußball WM – nervtötend oder Kulturgut, die Vuvuzela spaltete die Gemüter. Hält sie nun auch Einzug in deutsche Stadien?
Bonn. (MS) Heute Abend ist die Fußballdursttrecke zu Ende – mit dem Spiel Bayern gegen Wolfsburg wird die Bundesligasaison offiziell eingeläutet. Für Liga und Städte war das diese Woche Anlass genug, über ein Verbot des südafrikanischen Krachmachers nachzudenken. Zumindest für die TV-Sender wäre das eine echte Erleichterung, denn die kostete es schon während der WM enormen Aufwand, die ungeliebte Geräuschkulisse auszublenden.
Insgesamt steht man einem Verbot aber zwiespältig gegenüber. Während in einigen Stadien wie Dortmund und Bremen das Mitbringen des zweifelhaften „Instruments“ schlichtweg untersagt wird, hofft man anderswo auf die Vernunft der Zuschauer. In München beispielsweise vertraut man bisher darauf, dass die Fans von allein beim bewährten Gesang bleiben.
Für die Wirtschaft wäre ein allgemeines Verbot ein herber Schlag, denn bei dem Geschäft mit den Plastiktröten geht es um Millionen. Immerhin habe man in Deutschland einen Schalldämpfer eingebaut und die Vuvuzelas so konstruiert, dass sie, benutzt als Schlaginstrument, sofort auseinanderfallen. Gefahren für die Gesundheit sind also nicht zu erwarten – beschädigt werden allerhöchstens die Nerven.
Viele Städte zögern noch, ob ein Vuvuzela Verbot ausgesprochen wird. Das hängt wohl auch davon ab, wo sich der Schallpegel in den kommenden Spielen einpendelt. Deshalb wird heute Abend nicht nur hingeschaut, sondern auch ganz genau hingehört.



