Macht uns glücklich
Ein eigenes Popkulturmagazin, losgelöst von den kommerziellen Zwängen der Verlage und den Vorgaben der "angesagten" Szenethemen. Was fast wie ein modernes Märchen klingt, konnten fünf Freizeitredakteure aus Köln/Bonn mit ihrem Printmagazin "get happy!?" wahr werden lassen.
Bonn. (SGA) Die erste Ausgabe erschien am 11.11.2011. Das Datum lässt eher karnevalistisches Genre vermuten. Doch die Macher des neuen Popkulturmagazins "get happy!?" haben ganz andere Ideen. Von dieser Idee, die im Online-Forum des deutschen Rolling Stone reifte, bis zur ersten Ausgabe vergingen gerade einmal fünf Monate.
Initiator und Mitherausgeber Johannes-Marc Schubert aus Bonn erklärt, dass es sich get happy!? zum Ziel gesetzt hat, "dort anzuknüpfen, wo andere Magazine an ihre Grenzen stoßen." Sich also den "Themen aus populärer Musik, Film, Literatur und Kunst zu widmen, denen gemeinhin zu wenig Beachtung widerfährt."
Der Titel der ersten Ausgabe ist den Beach Boys gewidmet. Nun gut könnte man meinen, von denen habe ich auch schon gehört. Doch wer sich das Inhaltsverzeichnis dann genauer anschaut, stellt schnell fest, dass die weiteren Themen mit Mainstream nicht mehr viel gemein haben. Doch ein genauerer Blick lohnt.
Die geradezu liebevoll geschriebenen Artikel lassen einen das Herzblut spüren, mit dem die Autoren sie verfassten. Erwähnenswert hier der Bericht über The Smiths, das Portrait des Pop-Photographen Stefan Dürr und der Text über den Regisseur Ingmar Bergman. Sowie natürlich der Leitartikel zu den Beach Boys und die ausführliche Diskographie samt Bewertung und Einschätzung.
"Wir wollen den Dingen auf den Grund gehen, sie dem Mahlstrom der Flüchtigkeit im Internetzeitalter entreißen, sie in teils überraschende Kontexte setzen.", so Schubert weiter. "Wir wollen umfassend informieren, inspirieren und interessieren. Und vielleicht auch ein wenig glücklich machen."
In der ersten Ausgabe sind Beiträge zahlreicher deutscher und internationaler Autoren vertreten, einige Texte sogar auf Englisch. Und der Auszug aus Dirk Weders Buch "12 Zoll-Vinylgeschichten" über das Plattenkaufen in der DDR macht Lust auf mehr. Abgerundet wird das Heft durch die Rubrik "Lichtspiel" und einem großen L.A. Special.
Man darf hoffen, dass dieses Projekt weiterhin mit so viel Liebe zum Detail fortgeführt wird und sich die nächste Ausgabe (März 2012) dann selbst finanzieren kann. Man würde es den Machern wünschen.
Infos auf www.gethappymag.de. Das Heft kann auch dort auch bestellt werden. Ansonsten in der Region erhältlich bei: a-musik Köln (Kleiner Griechenmarkt 16-18), Parallel Schallplatten Köln (Aachener Straße 5) und Mr. Music Bonn(Maximilianstraße 24).



