Vermischtes 15. Juli 2010

Von „Braveheart“ zum Gewaltverbrecher?

Der tiefe Fall eines von Hollywoods größten Stars – Mel Gibson soll nach Alkoholexzessen, rassistischen Hasstiraden nun auch seine Freundin verprügelt haben

Bild: Made in Hollywood / Flickr unter Creative Commons 2.0 Lizenz
Bild: Made in Hollywood / Flickr unter Creative Commons 2.0 Lizenz

(TMZ/TM) Er gehörte zu den wenigen Schauspielern, die männliche und weibliche Fans gleichermaßen begeistern können. Männer mochten ihn als stolzen schottischen Widerstandskämpfer in „Braveheart“ oder als durchgedrehten Cop in der „Lethal Weapon“-Reihe. Frauen mochten seinen verschmitzten Charme und sein Charisma. Bis er sein wahres Gesicht zeigte.

Erste Risse in seinem Image traten 2004 auf mit einem seiner ambitioniertesten Regie-Projekte: „Die Passion Christi“. Der Film zeigt die letzten Stunden im Leben des Jesus Christus in blutiger Detailverliebtheit. Es gab Oscar-Nominierungen und viele bewunderten durchaus seinen Mut als Künstler. Andere Kritiker sprachen von einem christlichen Folter-Porno, der anti-semitischen Hass schüren könnte.

Es kam erste Gerüchte auf Gibson hätte selbst eine Abneigung gegenüber dem Judentum. Am 28. Juli 2006 wird er betrunken am Steuer eines Wagens erwischt. Das allein wäre kaum geeignet einen allzu großen Imageschaden auszulösen. Er ist zunächst kooperativ und lässt sich die Handschellen anlegen. Auf der Fahrt zum Polizeipräsidium beginnt er allerdings den jüdischen Polizisten mit anti-semitische Äußerungen zu beleidigen.

Laut der New York Times fielen Sätze wie „Fucking Jews...the Jews are responsible for all the wars in the world.“ Mel schien zunächst überrascht darüber, welche Wellen seine Äußerungen schlugen und wie sehr die Menschen um ihn herum geschockt waren. Er beeilte sich in mehreren Interviews seine Worte, als das Gemurmel eines Betrunkenen darzustellen, konnte den Schaden damit aber kaum eindämmen.

Dennoch gelang es ihm nach einer Weile zumindest unter dem Radar der Medien zu bleiben. 2010 kam es dann zu den unrühmlichen Höhepunkten und damit auch zur kompletten Selbstdemontage von Mel Columcille Gerard Gibson. Die Beziehung zu Oksana Grigorieva ging im April in die Brüche und der Streit um das Sorgerecht der gemeinsamen acht-monatigen Tochter eskaliert.

Was nun ans Licht der Öffentlichkeit gerät, ist weit mehr als ein wenig schmutzige Wäsche. Gibson soll seine Ex-Freundin mehrfach geschlagen haben. Sogar während sie das gemeinsame Baby in Armen hielt. Einmal soll er sie derart hart im Gesicht getroffen haben, dass sie einen Zahn verlor und ein anderer abgebrochen ist. Per Gerichtsbeschluss darf sich Mel Gibson nun weder ihr noch seinem Kind nähern.

Gibson hat die meisten der Beschuldigungen durch seinen Anwalt dementieren lassen. Dann tauchten insgesamt vier Aufnahmen von Telefongesprächen auf, die von Grigorieva angefertigt worden sein sollen. Eine Stimme, die ihm sehr ähnlich klingt, beleidigt sie mit dem gesamten Repertoire an Schimpfwörtern, die die amerikanische Sprache zu bieten hat.

Gleichzeitig werden rassistische Aussagen gegenüber Mexikaner und Afroamerikanern eingestreut. Seine Agentur lässt ihn fallen. Der Anwalt von Gibsons stellt die Echtheit der Aufnahmen in Frage. Dennoch soll Grigorieva, wie der Branchendienst TMZ berichtet, einen Antrag gestellt haben, um Gibson jedes Recht am gemeinsamen Kind zu verwehren.

Es ist inzwischen vollkommen egal, wie das Gerichtsverfahren ausgeht. In den Augen der Weltöffentlichkeit wird Mel Gibson nie wieder das charmante, liebenswerte Schlitzohr sein können.

Ausschnitte aus der angeblichen Aufzeichnung von Telefongesprächen zwischen Mel Gibson und Oksana Grigorieva



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